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Raumluftunabhängige Kaminöfen in Kombination mit Be- und Entlüftungsanlagen

In den letzten Jahren hat sich aufgrund der Vorschriften der Energieeinsparverordnung (EnEV) die Zahl der Niedrigenergie- und Passivhäuser mit luftdichter Gebäudehülle und integrierten Lüftungsanlagen vervielfacht.

Da moderne Niedrigenergie- und Passivhäuser über eine extrem dichte Gebäudehülle verfügen, muss regelmäßig gelüftet werden um Feuchtschäden, wie z. B. Schimmel, zu vermeiden. Viele Häuser verfügen deshalb über eine kontrollierte Lüftungsanlage, die diese Aufgabe übernimmt. Die Anlage leitet frische Luft in bestimmte Räume ein und saugt sie aus anderen Räumen ab. Durch das Absaugen kann ein Unterdruck entstehen. Somit können bei einem gleichzeitigen Betrieb mit einem raumluftabhängigen Kaminofen gefährliche Rauchgase aus dem Ofen in den Aufstellraum gesogen werden.

Soweit so gut, aber was ändert sich, wenn es sich um einen raumluftunabhängigen Kaminofen handelt?

Raumluftunabhängige Kaminöfen sind so dicht, dass auch bei Unterdruck keine gefährlichen Rauchgase aus dem Ofen austreten können. Die Verbrennungsluft muss von außen über eine bauseits zu legende Leitung an den zentralen Luftansaugstutzen des Kaminofens geführt werden. Hierbei gelten erhöhte Anforderungen an die Dichtheit der Zuluftleitung und der Verbindungsstücke zum Schornstein. Weiterhin müssen die Öfen z. B. über eine selbstschließende Feuerraumtür verfügen. Erkennbar sind diese Kaminöfen an der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik („Z-Nummer“).

Hinweis 1:
In den meisten Zulassungen für raumluftunabhängige Kaminöfen ist der Betrieb des Ofens nur zulässig, wenn ein max. Unterdruck von 8 Pa im Ausstellraum gegenüber der Umgebung herrscht. Dies muss durch eine zuluftseitige Bemessung der luftabsaugenden Anlage sichergestellt werden.

Hinweis 2:
Auch bei raumluftunabhängiger Betriebsweise besteht durch öffnen der Feuerraumtür beim Nachlegen von Brennstoff eine Verbindung zum Aufstellraum. In diesem Fall sollten entweder die Lüftungsanlage abgeschaltet oder ein Fenster im Aufstellraum geöffnet werden. Dadurch wird das entstehen eines kritischen Unterdruckes im Aufstellraum verhindert.

Vor Kauf und Verwendung von raumluftunabhängigen Kaminöfen sollte mit dem zuständigen Bezirksschornstein- fegermeister abgeklärt werden, ob das Gesamtsystem den sicherheitstechnischen und funktionellen Anforderungen genügt.


Raumluftabhängige sowie raumluftunabhängige Kaminöfen in Kombination mit einer Dunstabzugshaube

Bei gleichzeitigem Betrieb der Dunstabzugshaube und einem raumluftabhängigen oder raumluftunabhängigen Kaminofen im gleichen Raum oder im Lüftungsverbund ist größte Vorsicht geboten!

Im Abluftbetrieb eingesetzt, auch mit externem Gebläse, entzieht die Dunstabzugshaube der Küche und den benachbarten Räumen Raumluft. Ohne ausreichende Zuluft entsteht ein großer Unterdruck.

Giftige Rauchgase können aus dem Kaminofen in die Wohnräume gesogen werden. Es besteht Lebensgefahr!

Ein gefahrloser Betrieb ist möglich, wenn eines der vier folgenden Sicherheitssysteme eingebaut wird:

Variante 1 – Fensterkontaktschalter:
Durch den Einsatz eines Fensterkontaktschalters kann die Dunstabzugshaube nur dann benutzt werden, wenn das Fenster geöffnet ist und die dafür erforderliche Zuluft in den Raum einströmen kann. Ein Kontaktsystem überwacht die Position des Fensterflügels und übermittelt den Zustand per Kabel oder per Funk an den Empfänger. Bei geschlossenem Fenster ist ein Betrieb der Dunstabzugshaube nicht möglich.

Variante 2 – Rauchgasthermostat:
Durch den Einsatz eines Rauchgasthermostats kann die Dunstabzugshaube nicht mehr benutzt werden, sobald der Kaminofen in Betrieb genommen wird. Das im Abgasrohr montierte Thermostat übermittelt per Kabel den Zustand des Kaminofens (in Betrieb / außer Betrieb) an die Abzugshaube und schaltet diese bei Inbetriebnahme aus. Ist das Feuer im Ofen erloschen, so wird die Dunstabzugshaube wieder freigeschalten.

Variante 3 – Luftdruckwächter P4:
Der Luftdruckwächter P4 überwacht permanent den Luftdruck im Aufstellraum vom Kaminofen gegenüber dem Aussendruck. Sinkt der Luftdruck im Aufstellraum um mehr als 4 Pa, unterbricht der P4 die Stromversorgung von der angeschlossenen Dunstabzugshaube. Der Strom wird bei Druckausgleich selbsttätig wieder eingeschaltet.

Variante 4 – Leda Unterdruck-Controller (Unterdruckwächter) „LUC-2“:
Der Unterdruck-Controller erkennt über ein im Abgasrohr eingebauten Temperatursensor den Betrieb des Kaminofens. Bei Betrieb des Ofens wird der „LUC-2“ aktiv und misst den Differenzdruck zwischen Kaminofen und Aufstellraum. Fällt der Differenzdruck unter einen Grenzwert von 4 Pa, erfolgt eine Sicherheitsabschaltung der Dunstabzugshaube über einen potentialfreien Kontakt des Unterdruck-Controllers. Somit können keine Rauchgase und damit auch kein Kohlenmonoxid aus dem Kaminofen in den Aufstellraum gelangen. Der Unterdruck-Controller ist eine der sichersten Methoden, um die Gefahr des Unterdrucks zu verhindern.


Wenn die Dunstabzugshaube im Umluftbetrieb mit Aktivkohlefilter verwendet wird, ist der Betrieb ohne der beschriebenen Sicherheitssysteme möglich.